21. Juni 2024

Gleitsichtbrillen…was sollte man wissen!?

Grundsätzlich ist eine Gleitsichtbrille eins, nämlich komfortabel. Sie sorgt für eine stufenlos gute Sicht, sei es im Nahbericht, im mittleren Bereich oder in der Ferne. Daher fügt sich eine Gleitsichtbrille wunderbar ins Leben ein.

Wie funktioniert denn das?

Die Brillengläser werden in die verschiedenen Sehzonen unterteilt. Unten der Bereich für die Nahsicht, dann der Mittelsicht-Bereich, oben die Fernsicht. Im Gegensatz aber zu Bi- (Zwei), bzw. Tri(Drei)fokalgläsern, sind die Sehbereiche gleitend miteinander verbunden. Und daher auch der Name: Gleit-Sicht-Brille.

Bifokale bzw. trifokale Brillengläser sind also auch in verschiedene Sehzonen unterteilt, aber durch einen klaren Schnitt. Dies ist viel einfacher in der Herstellung und somit auch günstiger. Aber die zarten Trennlinien bleiben dann auch im Brillenglas sichtbar, was für ein Gegenüber meist irritierend ist. Also: Pluspunkt für den Preis, aber Abzüge für die Optik. 

Und was sagt das Auge dazu?

Ob bi-/trifokale Gläser oder Gleitsicht, beides muss vom Auge bzw. vom Gehirn für das Auge, gelernt werden. Und das dauert einige Tage. Diese Umstellung macht keinen Spaß, aber wenn sie geschafft ist, sind die meisten Brillenträger sehr zufrieden. 

Die Umstellung ist übrigens einfacher, je jünger man ist. Dann ist unser Gehirn noch nicht so festgefahren. Experten empfehlen daher, lieber früh – bereits mit Mitte 30 – mit einer Gleitsichtbrille zu starten. Natürlich nur, wenn der Bedarf auch da ist. 

Rundum scharf?

Bei der Gleitsichtbrille kommt es also stark auf den Schliff an. Neben der Definition der einzelnen Sehzonen, sind die gleitenden Übergänge zwischen diesen Zonen, die sogenannten Progressionszonen, das entscheidende Kriterium für die Qualität. Es muss halt individuell passen. Und das ist gar nicht so einfach.

Wer eine reine Brille für die Fernsicht hat, der hat die vollständige Brillenglasgröße als Sehbereich für die Fernsicht. Bei einer Gleitsichtbrille widerum ist nur ein bestimmter Bereich für die Ferne zuständig. Somit ist der Fernsichtbereich einer Gleitsichtbrille kleiner als bei einer reinen Fernsichtbrille. Logisch!

Beim Autofahren benötigen wir primär den Fernsichtbereich, vor dem PC oder beim Kochen den mittleren Bereich, beim Lesen die Nahsicht. Je nach Situation wäre also eine andere Größe für die verschiedenen Sehzonen sinnvoll. 

Was tun?

Zum einen kann bzw. muss der Brillenträger dies durch sein Sehverhalten ausgleichen. Die einzelne Sehzone ist kleiner, als muss dies durch die Kopfbewegung und somit die Zentrierung der Augen in den entsprechenden Sehbereich, aktiver erfolgen. Es werden von nun an nicht nur die Pupillen in die entsprechende Richtung gelenkt, sondern die Kopfhaltung unterstützt die Sehfunktion. Beim Autofahren wird der Kopf leicht geneigt, so dass der obere Sehbereich im Zentrum liegt, beim Lesen schaut der Träger erhobenen Hauptes durch die untere Sehzone. Einfach eine Frage der Übung!

Zum anderen liegt es am Feinschliff des Augenoptikers. Je sensibler die Progressionszonen verlaufen, umso gleitender die Übergänge und umso angenehmer die Sehqualität. Hier ist also Fingerspitzengefühl und Erfahrung gefragt.

Eine für alles?

Ja, mit einer Gleitsichtbrille ist man bestens ausgerüstet. Den Gleitschliff kann man übrigens auch bei getönten Sonnenbrillengläsern, bei der Blaulichtfilterbrille und in der Sportbrille anwenden.

Gibt es das auch als Kontaktlinse?

Nichts ist unmöglich. So gibt es neben bi- und trifokalen auch Gleitsichtlinsen. Die Kopfbewegung wird nun durch die Pupillenbewegung „ersetzt“. Dies erfordert einige Übung und kann mehrere Wochen dauern. Manch einer gewöhnt sich auch nie daran.

Alternativ kann man sich für Monovisionslinsen entscheiden. Dies macht insbesondere dann Sinn, wenn die Augen deutlich unterschiedliche Sehstärken haben, den sogenannten Goethe-Blick. Hier wird dann über unterschiedliche Kontaktlinsenstärken ein Auge für die Nahsicht und eins für die Fernsicht trainiert.

Oder man nimmt Kontaktlinsen für die Ferne und trägt eine Lesebrille für den Nahbereich. Dann entfällt zumindest der Brillenwechsel.

Und nun?

Es gibt so zahlreiche Varianten, um optimal zu sehen. Wir empfehlen, einen Termin beim Augenoptiker, das Thema voranzumelden und Zeit mitzubringen. Es lohnt sich! Gute Beratung ist essenziell, damit man immer den klaren Blick behält!

Eine große Auswahl an Fassungen für die Gleitsichtbrille finden sich hier: shop.optik.one/Brillenfassungen

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