23. Februar 2024

Goethe-Blick oder Goethes Durchblick?

Einen guten Durchblick, einen Überblick, den Adlerblick…all das hatte Goethe. Denn für seine Ideen, seine Geschichten waren die dringend notwendig. Der Goethe-Blick aber ist noch etwas ganz anderes.

Des Dichters Blick

Goethe hatte mit Sicherheit seine ganz eigene Sicht auf die Welt. Und das nicht nur in seinen Erzählungen, sondern ganz „natürlich“. Denn er war auf nur einem Auge kurzsichtig, das andere war normalsichtig. Daher spricht man heute, wenn jemand starke Abweichungen in der Sehkraft beider Augen hat – und zwar über 1,5 Dioptrien -, vom Goethe-Blick. Er ging also doppelt in unsere Geschichte ein.

Mal so…mal so…

Unser wunderbares Gehirn hat sich auch für zwei unterschiedliche Sehstärken eine kluge Lösung ausgedacht. Denn so bekommt jedes Auge seinen eigenen Sehbereich: das eine nah, das andere fern. Und während das eine Auge arbeitet, darf das andere entspannt zuschauen. Sozusagen den Goethe-Blick schweifen lassen.

…mal gar nicht…

Da für das räumliche Sehen die Kombination beider Augeneindrücke von Nöten sind, kann es bei Betroffenen dazu kommen, dass dieses nicht möglich ist. Ob dem so ist, ist abhängig davon, wie stark die Seh-Differenz ist. Genau, ab dem Goethe-Blick wird´s schwierig.

…und mal extra

Der Goethe-Blick kann aber auch absichtlich erzeugt werden mit Hilfe von Kontaktlinsen. So wird bewusst ein Auge auf die Nähe und eines für die Ferne „getrimmt“. Das ist insbesondere praktisch bei Kurzsichtigkeit inklusive Altersweitsichtigkeit. Dies sogenannte Monovisions-Verfahren erspart so die Gleitsichtgläser. Der Verfahren ist ohne Risiko und auch langfristig nicht schädlich. Wichtig ist nur, ob man dennoch ein klares Bild bekommt und ob man grundsätzlich mit Kontaktlinsen agieren möchte. Auch könnte hierüber, wie oben beschrieben, das räumliche Sehen eingeschränkt werden.

Foto: pixabay.de