13. April 2024

Wer hat Angst vor´m blinden Fleck?

Hoffentlich niemand! Denn den blinden Fleck haben wir alle – Mensch und (Wirbel-)Tier. Ist aber weniger schlimm als es klingt.

Wo ist er Zuhause?

Unser Auge in Kombination mit unserem Gehirn ermöglicht den komplexen Vorgang des Sehens, inklusive Hell und Dunkel, Licht und Schatten, Farbe und Graustufen. Unabdingbar ist hierbei die Netzhaut mit ihren Sehzellen. Sie wird durch die Pupille mit Licht versorgt. Die Sehzellen in Form von Stäbchen und Zäpfchen optimieren das Bild dann mit Kontrasten und Farben. ABER ein einer Stelle sind wir alle blind. Diese spezifische Stelle auf der Netzhaut wird daher zurecht der „blinde Fleck“ genannt. Das ist ein bisschen zu vergleichen mit dem „toten Winkel“ beim Auto.

Warum können wir trotzdem sehen?

Zum Glück überschneiden sich die Bilder unserer zwei Augen. So hilfen sich die beiden gegenseitig, um ein 3D-Panorama zu zaubern. Aber auch, wenn wir das zweite Auge zuhalten, entsteht keine Lücke. Denn die dem blinden Fleck umliegenden Sehnerven füllen dann den leeren Bereich.

Wieso gibt es ihn?

Das ist ganz einfach. Alle Sehinformationen, die das Auge aufnimmt, müssen zur finalen Bearbeitung zum Gehirn gelangen. Und dies geschieht über Nervenfasern, Nervenbahnen. Von ihnen gibt es 1-2 Millionen allein für ein Auge. Diese „Datenautobahnen“ benötigen also einen Durchgang vom Auge zum Gehirn. Dies ist die Papille oder halt auch der „blinde Fleck“.

Ein kleiner Zaubertrick

Dass es den blinden Fleck wirklich gibt, kann jeder für sich überprüfen. Hierzu zeichnet man auf ein Blatt Papier auf eine Seite ein Pluszeichen und auf die andere Seite einen Kreis. Kreis und Pluszeichen sollten maximal 1,5 cm groß sein, ungefähr auf einer Höhe liegen und etwa 10-15 cm voneinander entfernt platziert werden. Nehmen wir an, wir zeichnen rechts das Pluszeichen und links den Kreis. Nun schließen wir das rechte Auge und konzentrieren uns mit dem linken Auge auf das (gegenüberliegende) Plus (rechte Seite des Blattes), wobei der Kreis noch in unserem Sehfeld sein sollte. Dann verändern wir die Entfernung zum Papier und werden feststellen, dass der Kreis irgendwann aus unserem Sichtfeld verschwindet. Dieser Abstand ist individuell verschieden, liegt aber bei etwa 45 cm. Genau dann und genau dort ist unser blinder Fleck.

Foto: pixabay.de

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